
// Ratgeber · Nachhaltigkeit
Rückbau statt Abriss: Wie aus Gebäuden Rohstofflager werden
Bau- und Abbruchabfälle sind Deutschlands größter Abfallstrom — und zugleich sein größtes Rohstofflager. Wer selektiv zurückbaut statt „einfach abzureißen“, senkt Entsorgungskosten, erfüllt Vergabekriterien und liefert die Story, die Investoren und Behörden zunehmend verlangen.
Die Größenordnung: Bauen ist Stoffwirtschaft
Rund die Hälfte des deutschen Abfallaufkommens sind Bau- und Abbruchabfälle — über 200 Millionen Tonnen jährlich. Die gute Nachricht: Mineralische Fraktionen erreichen seit Jahren Verwertungsquoten über 90 %. Die ehrliche Nachricht: „Verwertung“ heißt oft Downcycling in den Straßenbau. Echter Kreislauf — etwa RC-Beton aus Abbruchgranulat im Hochbau — beginnt schon beim Rückbaukonzept, nicht an der Annahmestelle.
Selektiver Rückbau: die Reihenfolge macht den Wert
■ Vom Gebäude zum Stoffstrom
// Urban Mining- 01
Schadstoffe raus
Erst die Sanierung — kontaminierte Fraktionen dürfen den Kreislauf nicht erreichen.
- 02
Wertstoffe ernten
Metalle, intakte Bauteile, sortenreine Hölzer — die Erlösseite des Rückbaus.
- 03
Entkernung sortenrein
Ausbau, Dämmung, Mischfraktionen getrennt an der Quelle.
- 04
Massivbau brechen
Beton/Ziegel separat — die Basis für RC-Gesteinskörnung.
- 05
Dokumentierte VerwertungNachweis
Wiegescheine, Verwertungsbestätigungen, Quoten je Fraktion.

„Gebäude sind Rohstofflager: Über 90 % der mineralischen Bauabfälle lassen sich verwerten — wenn der Rückbau es zulässt.“
Was Auftraggeber heute konkret verlangen
- Verwertungsquoten im Angebot: je Fraktion geplant und nach Abschluss belegt (Nachweiskette).
- Rückbaukonzept als Anlage der Ausschreibung — Reihenfolge, Fraktionen, Logistik.
- RC-Quoten im Neubau: Öffentliche Vergaben honorieren Recycling-Baustoffe zunehmend; Berlin schreibt RC-Beton in vielen Projekten bereits vor.
- ESG-Reporting: Investoren wollen Stoffstromdaten für Taxonomie und Zertifizierungen (DGNB, QNG).
Für Bauherren heißt das: Der Rückbau gehört in die Projekt-DNA, nicht ans Ende der Ausschreibung. Wir planen Abbruch und Entkernung als Stoffstrom-Projekt — mit Mengengerüst aus der Begehung, sortenreiner Logistik und der Dokumentation, die Ihr Reporting braucht.
- > 90 %
- Verwertungsquote mineralischer Bauabfälle
- 17 01 01
- AVV: Beton — Rohstoff, kein Müll
- 5-stellig
- typisches Sparpotenzial durch Trennung
Imperial Basselin · Praxisbeispiel
Typisches Mengengerüst: Bürogebäude, 3.500 m² BGF
So verteilen sich die Stoffströme eines selektiven Rückbaus (vereinfachtes, typisches Bild):
- Beton & Mauerwerk
- ≈ 2.800 t → RC-Gesteinskörnung
- Metalle (Stahl, Kupfer, Alu)
- ≈ 95 t → Erlösposition
- Holz (A I–A III)
- ≈ 60 t → stoffliche/energetische Verwertung
- Gips & Trockenbau
- ≈ 110 t → Gips-Recycling
- Gefährliche Abfälle (KMF, Kleber)
- ≈ 18 t → deklarierte Entsorgung
- Verwertungsquote gesamt
- > 90 % der Masse
Fazit: Sortenreine Trennung machte aus einem Kostenblock zwei Erlöspositionen — und lieferte die Quote, die die Ausschreibung verlangte.
Rückbau mit Quote und Konzept?
Wir erstellen für Ihr Objekt das Rückbaukonzept mit Stoffstrom-Mengengerüst und Verwertungszielen — als Entscheidungs- und Ausschreibungsgrundlage.
- Veröffentlicht
- Zuletzt aktualisiert
- Fachlich verantwortlich
- Fachredaktion Imperial Basselin, Berlin
■ Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Abriss und Rückbau?
Umgangssprachlich synonym; fachlich meint Rückbau das geplante, selektive Demontieren in umgekehrter Baureihenfolge — die Voraussetzung für hohe Verwertungsquoten.
Ist RC-Beton so gut wie neuer Beton?
Für die meisten Hochbau-Anwendungen ja: Genormte RC-Gesteinskörnungen sind in den Betonnormen geregelt und in Berlin vielfach im Einsatz. Entscheidend ist die Qualität der Ausgangsfraktion — also des Rückbaus.
Lohnt sich die Bauteil-Wiederverwendung?
Punktuell — Stahlträger, Klinker, Türen und technische Anlagen finden über Bauteilbörsen Abnehmer. Systematisch wird es bei großen Beständen; wir prüfen das im Rückbaukonzept mit.
// Abriss / Rückbau
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